Sensitivitätsanalyse

Eine Sensitivitätsanalyse zeigt, welche Annahmen den größten Einfluss auf das Ergebnis eines Business Case haben. Dazu wird jede zentrale Annahme isoliert verändert — typischerweise um ±10 % oder ±20 % — während alle anderen Annahmen konstant bleiben. Das Ergebnis macht sichtbar, wo der Case robust ist und wo kleine Abweichungen große Auswirkungen haben.

Anwendung

Die Sensitivitätsanalyse wird typischerweise gegen eine Zielkennzahl durchgeführt — Break-even-Zeitpunkt, Kapitalwert, kumulierter Finanzierungsbedarf oder LTV:CAC. Für jede der 5 bis 10 wichtigsten Annahmen wird der Effekt einer Veränderung gemessen. Die Ergebnisse werden in einem Tornado-Chart visualisiert: Die Annahme mit dem größten Einfluss steht oben, die mit dem geringsten unten.

Wozu sie dient

Sensitivitätsanalysen erfüllen drei Funktionen im Business Case. Erstens priorisieren sie das De-Risking: Annahmen mit hohem Einfluss müssen zuerst durch Daten oder Experimente belegt werden. Zweitens bereiten sie Stakeholder-Gespräche vor: Wenn klar ist, welche Hebel den Case kippen können, kann man auf kritische Fragen souverän antworten. Drittens machen sie Robustheit messbar: Ein Case, dessen Ergebnis bei ±20 %-Variationen aller Annahmen positiv bleibt, ist deutlich verteidigungsfähiger als einer, der bei kleinen Änderungen kollabiert.

Abgrenzung zur Szenarioanalyse

Sensitivitätsanalyse und Szenarioanalyse werden häufig verwechselt. Die Sensitivitätsanalyse verändert eine Annahme isoliert. Die Szenarioanalyse verändert mehrere Annahmen gleichzeitig in konsistenten Konstellationen — etwa ein Best Case (alle optimistischen Annahmen), Base Case und Worst Case. Beide Methoden ergänzen sich: Sensitivitäten zeigen die kritischen Hebel, Szenarien zeigen plausible Gesamtverläufe.

Mehr zum Einsatz in der Praxis im Business Case Guide.