Geschäftsfall (Business Case)
Der Begriff Geschäftsfall hat im Deutschen zwei unterschiedliche Bedeutungen, die häufig vermischt werden. Beide Verwendungen sind in der Praxis relevant, beschreiben aber völlig unterschiedliche Sachverhalte.
Geschäftsfall als Übersetzung von Business Case
Im Projektmanagement und in der Strategieberatung wird Geschäftsfall manchmal als wörtliche Übersetzung von Business Case verwendet. Gemeint ist dann eine strukturierte, zahlenbasierte Entscheidungsgrundlage für eine Investition oder ein Projekt. Diese Verwendung ist allerdings unscharf und hat sich in der Fachsprache nicht durchgesetzt — der englische Begriff Business Case ist eindeutiger und wird auch im deutschsprachigen Mittelstand und in DAX-Konzernen bevorzugt verwendet.
Geschäftsfall in der Buchhaltung
In der Buchhaltung bezeichnet Geschäftsfall — synonym mit Geschäftsvorfall — jedes Ereignis, das eine Buchung erforderlich macht. Beispiele sind der Verkauf eines Produkts, die Bezahlung einer Rechnung, ein Wareneingang oder eine Umbuchung. Ein Geschäftsfall in diesem Sinn ist also keine Investitionsentscheidung, sondern ein einzelner buchhalterischer Vorgang. Diese Bedeutung ist die ältere und in der deutschsprachigen Wirtschaftspraxis die etabliertere.
Welcher Begriff ist gemeint?
Wer einen Geschäftsfall im Sinne einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sucht, meint in aller Regel einen Business Case und sollte direkt diesen Begriff verwenden. Synonyme dafür sind Geschäftsszenario, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung oder Investitionsrechnung — wobei diese Synonyme jeweils nur Teilaspekte abdecken. Ein vollständiger Business Case enthält neben der finanziellen Bewertung auch eine Risikoanalyse, eine Stakeholder-Betrachtung und eine Handlungsempfehlung.
Mehr zum Konzept im Glossar-Eintrag Was ist ein Business Case? und im praxisorientierten Business Case Guide.